Mit dem Meizu M6 und dem schnelleren Bruder M6S will der Hersteller nun endlich Europa erobern. Auch das M6 Note hat/hatte Potential, aber die Verfügbarkeit war und ist nicht gegeben. Mit dem M6 scheint dieses Problem schon behoben und man kann das Gerät bei den üblichen Verdächtigen in der EU-Global Version bestellen. Unser Testgerät stammt von Gearbest und dort kann man das Gerät für um die 100€ kaufen. Dafür bietet das m6 einen MT6750 Octa-Core Prozessor, 2/16GB oder 3/32GB Speicher, eine 13 Megapixel Hauptkamera, ein Kunststoffgehäuse und ein 5,2 Zoll HD-Display. Direkter Konkurrent zum Meizu M6 sind das Redmi 5a oder auch das normale Redmi 5. Ob Meizu mit Xiaomi mithalten kann, haben wir in 2 Wochen mit dem Meizu M6 herausgefunden.

Design und Verarbeitung

Das Meizu M6 ist 8,5mm dick, 73mm breit, 148mm lang und 147g leicht. Damit zählt es 2018 klar zu den kompakten, „kleinen“ Smartphones. Links und rechts zum 5,2 Zoll Display gibt es lediglich 3mm breite Ränder und auch über und unter dem Display wird mit 16mm nicht viel Platz verschenkt. Trotzdem ist ein aktuelles 18:9 Format Smartphone wie ein Redmi 5 deutlich sparsamer beim Display zu Gehäuseverhältnis. Der Uni-Body des Meizu M6 besteht aus Kunststoff und fühlt sich ungewohnt hochwertig an. Eine Verwechselung mit Metall ist auf jeden Fall möglich und das Smartphone liegt durch die Rundungen wunderbar in der Hand. Das Design ist sehr dezent gehalten. Hinten MEIZU Logo, Dual-LED Blitz, Rückkamera und 2 Antennenlinieren. Letztere sind bei einem Kunststoffgehäuse zwar überflüssig, aber passen gut zum Erscheinungsbild des Low-Budget Geräts. Die Kamera ist perfekt in die Rückseite integriert und sieht auch noch gut aus. Im unteren Teil kann man die Rückseite minimal eindrücken, das schmälert den Gesamteindruck des hochwertigen Gehäuses aber kaum.

Meizu M6 Lieferumfang

Auf der Vorderseite findet man eine weiße Benachrichtungs-LED, die in angenehmem Tempo pulsiert. Auch der typische Meizu mTouch Button ist hier noch am Start und macht soviel Spaß wie eh und je. Der physische Home-Button vereint den Fingerabdrucksensor, die Zurücktaste und die Home-Taste in einem und reicht damit für die vollständige Navigation problemlos aus. Den Google Sprachassistent bekommt man mit langem Drücken aktiviert und mit einem Doppeltippen gelangt man direkt zur Kamera. Weitere individuellen Anpassungen sind nicht wirklich möglich, aber man kann ein Teil der Funktionen deaktivieren. Zu den geöffneten Apps im Hintergrund gelangt man unter Flyme (Meizus eigenes System) indem man links oder rechts vom Home-Button nach oben wischt. Der Fingerabdrucksensor verrichtet kritikfreie Arbeit und entsperrt das Meizu M6 innerhalb von einer Sekunde. Der Home-Button muss aber zum Aktivieren des Fingerabdruckscanners wirklich gedrückt werden.

Meizu M6 Design Verarbeitung 3 Meizu M6 Design Verarbeitung 1 Meizu M6 Design Verarbeitung 2 Meizu M6 Design Verarbeitung 4

In den Simkarteneinschub an der rechten Außenseite passen wahlweise 2 Nano-SIM oder eine Nano und eine Micro-SD zur Speichererweiterung (bis 128GB). Ein guter alter Klinkenanschluss befindet sich an der Oberseite und ein ebenso alter Micro-USB Port unten, nebst dem Lautsprecher. Powerknopf und Lautstärkeregler bestehen aus Kunststoff und sitzen sicher im Gehäuse. Für ein 100€ Smartphone ist das Meizu perfekt verarbeitet. Design und Wertigkeit in der Hand sind absolut stimmig.

Display

Muss es wirklich immer ein FHD Display sein? Diese Frage würde ich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Insbesondere im Low Budget Bereich macht ein Display mit nur 1280 x 720 Pixel sehr viel Sinn. Die Performance in Spielen ist trotz des schwächeren Prozessors noch gut und auch der Akku wird geschont. Wenn ein gutes Panel verbaut ist, ist bis 5,5 Zoll der Unterschied zu einem FHD Display auch kaum wahrnehmbar. So tut Meizu gut daran, ebenso wie Xiaomi beim Redmi 5 ein HD Display mit 5,2 Zoll auf die Vorderseite zu setzen. Das Display liefert dann auch noch exzellente Farben, einen für IPS Displays hohen Kontrast und stabile Blickwinkel, wie man sie liebt. Bei der Helligkeit gibt MEIZU zwar 450 cd/m² an, aber im Freien ist die Lesbarkeit lediglich durchschnittlich.

Meizu M6 Display 4 Meizu M6 Display 2

Meizu M6 Gestensteuerung DisplayEin reaktionsschneller und genauer 10 Punkt Touch sorgt für reibungslose Eingaben. Einen haptisch guten Eindruck und sauberen Übergang zum Gehäuse garantiert leicht abgerundetes 2.5D Glas. Von Markennamen wie Gorilla Glas fehlt jede Spur, das ist aber im Low Budget Bereich zu verkraften. Nach 2 Wochen Nutzung befinden sich keine sichtbaren Kratzer im Display und auch mit einem Schraubenzieher konnten wir keinen Schaden verursachen. Im Optionsmenü stehen verschiedene Displaygesten zur Auswahl, unter anderem auch das beliebte Double-Tap-to-Wake-Up Feature. Bis auf die Lesbarkeit im Freien liefert Meizu im M6 ein Top Display, das alle Ansprüche an den Low-Budget Bereich erfüllt.

Leistung und System

Das hauseigene Flyme Betriebssystem des Meizu M6 wird von einem Mediatek MT6750 Octa-Core auf eine angenehme Geschwindigkeit beschleunigt. Der Prozessor ist schon etwas älter und gehörte einst in die Mittelklasse. Mittlerweile sind die 8 Cortex-A53 Kerne mit 4 x 1,5 und 4 x 1,0GHz nur noch für den Low Budget Bereich geeignet. Im Meizu M6 sorgt der Prozessor für eine angenehme Performance und die Mali-T860 GPU kann auch das ein oder andere Spiel noch stemmen. Kritisch wird es dann bei 3D Spielen wie Asphalt 8 oder Nova 3. Wirklich flüssig laufen die Spiele nicht mehr, auf niedriger Detailstufe aber noch gerade spielbar. Gamer sind hier definitiv in der falschen Preisklasse unterwegs. Die Hitzeentwicklung hält sich durchgehend in Grenzen und das Kunststoffgehäuse überschreitet nie die 38°C.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Für Multitasking stehen 2 oder 3GB RAM zur Auswahl. Unsere 2GB Version hat von Haus aus nur 400MB frei für Apps im Zwischenspeicher. Flyme agiert jedoch sehr aggressiv und hält maximal 5 Prozesse im RAM. Alle weiteren werden immer neu geladen, wobei der RAM mit einer Geschwindigkeit von 4GB/s für den Preisbereich sehr schnell ist. Gleiches gilt für die 16 oder 32GB internen Speicher, die in unserem Fall Übertragungsraten von 134/121 MB/s bei der Lese/Schreibgeschwindigkeit aufrufen. Der interne Speicher kann außerdem bei Verzicht auf Dual-SIM mit einer Micro-SD um bis zu 128GB erweitert werden (200GB + Karten funktionieren vermutlich auch, leider haben wir keine zum Testen da).

Meizu M6 Flyme OS 3 Meizu M6 Flyme OS 4 Meizu M6 Flyme OS 1

Flyme OS gehört zu den optisch und inhaltlich stark angepassten Android basierten Betriebssystemen. Dabei legt Meizu keinerlei Wert auf die Versorgung mit Google Sicherheitspatches und auch die Basis für Flyme hinkt immer recht weit zurück. So läuft das Meizu M6 derzeit mit einer Android 7.0. Da Android unter Flyme kaum noch zu erkennen ist, sollte dies keine entscheidende Rolle spielen. Vielmehr läuft das System überwiegend flüssig und bugfrei. Gelegentliche kurze Hänger im System kann man jedoch nicht vermeiden. An das umstrukturierte Optionsmenü muss man sich zunächst gewöhnen und auch zurechtfinden. Die Global Version (Code-Name: M711H) wird direkt mit einer deutschsprachigen Global ROM geliefert, die auch regelmäßig OTA Updates erhält. Auch auf einen App-Drawer (Übersichtsseite mit allen Apps) muss man bei Flyme OS verzichten. Alle Apps landen auf den Home-Screens und können anschließend in Ordnern organisiert werden. Grundsätzlich ist Flyme OS ein übersichtliches System im zeitgemäßen Design.

Meizu M6 Flyme OS 6 Meizu M6 Flyme OS 5 Meizu M6 Flyme OS 2

Kamera

Meizu verzichtet auf eine Dual-Kamera, was für diesen Preisbereich sehr positiv vermerkt wird. Der 13 Megapixel Sensor hat eine f/2.2 Linsenöffnung und wird durch einen Dual-Tone LED Blitz im Dunkeln unterstützt. Auf der Vorderseite kommt ein 8 Megapixel Sensor mit f/2.0 Öffnung zum Einsatz. Die Kamera App erinnert stark an IOS und wurde im neuen Flyme 6 überarbeitet. Bis die App einsatzbereit ist, vergehen 2-3 Sekunden, aber die Auslösezeit und der Autofokus sind blitzschnell. Neben einem Pro Modus (Anpassung der Blende, ISO, Helligkeit, etc.) stehen HDR, Beauty Mode, GIF und Panorama zur Verfügung. Auch QR Codes können direkt aus der Kameraapp heraus erkannt werden. Videos gelingen mit dem Meizu M6 in maximal 1080p und ohne Stabilisierung. Dafür gibt es einen Zeitlupen- und einen Zeitraffer Modus. Zeitlupe wie üblich nur mit 720p. Auch die Frontkamera kann Videos mit 1080p aufzeichnen, bei weniger Licht kommt es aber zu FPS Einbrüchen auf 15-20 Bilder pro Sekunde und das Bild beginnt stark zu ruckeln.

Rückkamera und Frontkamera können bei normalen Bilder aber überzeugen und überbieten sogar ein Redmi 5a. Bei normalen Lichtverhältnissen im Freien sind die Bilder der Rückkamera des Meizu M6 detailreich, farblich gut abgestimmt und verfügen über einen ausreichenden dynamischen Kontrast. Der HDR Modus kann je nach Scenario die Qualität der Bilder nochmals steigern. Selbst bei schlechteren Lichtverhältnissen macht das Meizu im Freien noch eine brauchbare Figur, erst im Dunkeln und Indoor beginnen die Bilder stark zu rauschen und werden unscharf. Die Selfie Kamera liefert Ergebnisse weit über dem Durchschnitt des Low-Budget Bereichs. Die Bilder sind sehr scharf und detailreich und ein intelligenter Beauty Mode sorgt für den nötigen Alien-Effekt. Wer nicht so auf Beauty abfährt, muss den Modus immer wieder deaktivieren, nach dem Wechsel zur Selfie Kamera.

Das Meizu M6 überrascht bei der Kamera und wir freuen uns schon auf das M6S, welches die hier gezeigten Bilder nochmals deutlich toppen sollte. Wer brauchbare Hauptkamera und eine hervorragende Selfie Kamera im Preisbereich um die 100€ sucht, wird am Meizu M6 von nun an kaum vorbeikommen.

Konnektivität und Kommunikation

Meizu M6 Dual Sim Micro SDDie Global Version des Meizu M6 unterstützt die folgenden Netzfrequenzen:

4G: LTE: B1/B3/B5/B7/B8/B20

3G: UMTS: B1/B2/B5/B8

2G: GSM: B2/B3/B5/B8

und ist damit bestens für Asien und Europa gerüstet. Auch das in Deutschland wichtige LTE Band 20 wird hier unterstützt. Die Gesprächsqualität ist gehoben aber die Ohrmuschel nicht die lauteste, das sollte man vor dem Kauf wissen. Der Freisprecher kann genutzt werden, erzeugt aber bei Umgebungsgeräuschen ein Echo beim Gesprächspartner. Der Empfang war durchgehend auf gutem Niveau.

Bluetooth 4.1 (LE) und WIFI mit n-Standard sind die Standards im Low-Budget Bereich. Beides leistet problemlose Arbeit, insbesondere der Bluetooth Empfang hatte keinerlei Probleme. Das WIFI funkt sogar im 2,4 und 5GHz Netz, wobei der Datendurchsatz zeitweise recht gering war und nicht über 10-15 Mbit kam. Bei meiner 50000 Leitung kein perfekter Wert, aber ausreichend für alle Aufgaben. Die Reichweite des WIFI war allerdings gut.

Kopfhörer können über den Klinkenanschluss genutzt werden, was insbesondere bei teuren Smartphones nicht immer möglich ist. Die Soundqualität ist bei angeschlossenen Mittelklassekopfhörern gehoben. Der interne Lautsprecher ist eher leise, aber dafür übersteuert der Sound kaum und ist ausreichend detailliert. Auf Bass muss man natürlich verzichten.

Meizu M6 GPS Test Fix 2 Meizu M6 GPS Test Fix 1

Der GPS Empfang ist exzellent und Navigieren macht sowohl im Auto als auch als Fußgänger richtig Spaß. Die Position wird innerhalb weniger Sekunden auf 2-3 Meter genau bestimmt und ein Kompass sorgt für die nötige Unterstützung als Fußgänger. An Sensoren gibt es neben dem Minimum mit Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeits-Sensor auch noch ein Gyroskop.

Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Meizu M6 Akkulaufzeit 1Ein 3000 mAh Akku sorgt im Meizu M6 für eine gute, aber nicht außergewöhnliche Akkulaufzeit. Das Flyme System sorgt durch ein aggressives App-Management für einen sehr geringer Stand-By Verbrauch. Im PCMark Akkutest lief das Gerät gute 8 Stunden und 12 Minuten am Stück durch, ein Redmi 5 schafft hier 12 Stunden bei gleicher Akkugröße. Nichtsdestotrotz schafft man es mit dem M6 problemlos durch den Tag mit einer DOT (Zeit mit eingeschalteten Display) von 4-5 Stunden. Normale Nutzer werden es auch auf 1,5-2 Tage schaffen. Quick-Charge wird zwar nicht unterstützt, aber das Meizu lädt von 0 auf 100 in 2 Stunden. Wer 30 Minuten zwischen 20 und 80% mal kurz nachladen mag, erhält 30% Akkupower in 30 Minuten.

 

Fazit und Alternative

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Jonas Andre:

Meizu liefert mit dem M6 eine ernstzunehmende Alternative zum Low-Budget Champion Redmi 5. Dabei punktet Meizu insbesondere mit den guten Kameras, dem zeitgemäßen Design, der brauchbaren Performance und dem guten Empfang. Gamer sind angesichts des Prozessors hier falsch und Multitasking ist bei 2GB RAM durch das fette Flyme System schon stark eingeschränkt. Wir raten klar zur Global Version mit 3/32GB Speicher und dann sollte auch Multitasking kein Thema mehr sein. Ansonsten ist Flyme OS schick und schnell und überrascht mit interessanten zusätzlichen Features. Wer einem alternativen Android System mal eine Chance geben will und ein zuverlässiges Low Budget Smartphone ohne grobe Fehler sucht, kann getrost zum Meizu M6 greifen. Für 100€ präsentiert der Hersteller ein stimmiges Gesamtpaket.

Als klare Alternative könnte ein Xiaomi Redmi 5a genannt werden und deutlich moderne und schneller ist ein Redmi 5. Ansonsten bleibt der Markt bis 100€ durchaus übersichtlich, wer noch günstiger geht, verliert deutlich an Performance und Verarbeitungsqualität.

79%
  • Design und Verarbeitung 85 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 70 %
  • Kamera 90 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 70 %

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Andre
Gast
Andre

Moin, also ich habe mein M6s nun erhalten und muss sagen dass ich wirklich sehr zufrieden bin. Insbesondere die Kamera ist sehr gut

Andre
Gast
Andre

Andere Frage, habt ihr das Meizu M6s schon im Test? Möchte es mir bei Aliexpress in der Global Version bestellen. Bin mir aber noch unsicher was die Brauchbarkeit der Kamera betrifft

Enzio
Gast
Enzio

Meizu kann Kamera, das kann man nicht anders sagen. Die recht warmen Farben gefallen mir deutlich besser als die von Xiaomi, die ich seit dem Redmi 5 Plus als sehr blass und fast schon zu realistisch empfinde. Dass Meizu aber auf den Release einer Global des Note 5-Killers E3 verzichtet, halte ich für einen echt kapitalen Fehler!