Das ZTE V7 Lite verfügt im Vergleich zum großen Bruder über ein niedriger auflösendes Display, einen schwachbrüstigen Quad-Core mit nur 1GHz Taktung, bietet dafür allerdings eine höher auflösende Selfie-Kamera und einen Fingerabdrucksensor. Für 170€ gibt es außerdem vollen LTE-Empfang und ein Metallgehäuse. Der Praxis-Tests hat die Schwächen und Stärken des ZTE Blade V7 Lite offengelegt.

Design und Verarbeitung

Genau wie das V7, verfügt das Blade V7 Lite über ein Metallgehäuse mit 2 Kunststoffelementen an der Ober- und Unterseite des Handys. Die Abmessungen sind aufgrund des kleineren 5 Zoll Displays mit 70 x 144 x 8,5mm ein wenig geringer. Entsprechend kompakt fühlt sich das ZTE Blade V7 Lite in der Hand an. Das fehlende 2.5D Glas lässt es jedoch deutlich billiger wirken. Der Power-Knopf an der rechten Außenseite und die Lautstärke-Tasten links haben einen etwas dumpfen Druckpunkt, sind jedoch gut ins Gehäuse eingearbeitet. Mit 135g zählt das ZTE Blade V7 Lite klar zu den Leichtgewichten. Der 2500 mah starke Akku ist fest verbaut und kann nicht einfach gewechselt werden. Über den Sim-Karten-Einschub an der rechten Außenseite können zwei Nano-Sim-Karten oder eine Nano-Sim und eine Micro-SD (bis 128GB) eingelegt werden.

ZTE Blade V7 Lite Design Verarbeitung (6) ZTE Blade V7 Lite Design Verarbeitung (5)

Die 3 üblichen Sensortasten unter dem Display sind beleuchtet, eine Benachrichtigungs-LED sucht man jedoch vergeblich. Dafür findet man auf der Vorderseite ein Blitzlicht zur Unterstützung von Selfie-Aufnahmen. In der Realität ist dies wenig Eindrucksvoll und hat lediglich bei sehr geringen Abstand zum Blitzlicht überhaupt eine Wirkung. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite kann das Blade V7 Lite nicht aus dem Schlaf erwecken, sondern man muss zunächst das Display einschalten. Dann funktioniert der Sensor durchschnittlich gut, die Nutzung macht nicht wirklich Spaß. Nur 50% der Versuche sind beim ersten Mal mit Erfolg gekrönt.

ZTE Blade V7 Lite Design Verarbeitung (4) ZTE Blade V7 Lite Design Verarbeitung (2) ZTE Blade V7 Lite Design Verarbeitung (3) ZTE Blade V7 Lite Design Verarbeitung (1)

Die Ränder links und rechts zum Display sind 3,5mm breit und um das Display läuft ein fetter schwarzer Rand. Verarbeitungs-Mängel sucht man am Metallgehäuse vergeblich. Der haptische Eindruck liegt weit hinter dem großen Bruder zurück. Auch mit einem Cubot X17s kann das Metallgehäuse nur schwer mithalten.

Lieferumfang des ZTE Blade V7 Lite

  • Micro-USB-Kabel
  • Kurzanleitung + Garantiekarte
  • Netzteil (DE)
  • Sim-Pin
  • Kopfhörer mir Mikrofon

ZTE Blade V7 Lite Lieferumfang

Display

Das 5 Zoll Display löst mit 1280*720 Pixel auf. Die 294 Pixel pro Zoll sorgen für scharfe Inhalte, ohne das einzelne Pixel noch sichtbar sind. Die Farbtemperatur gefällt uns gut und mit Mira-Vision kann im Optionsmenü nach Belieben nachgebessert werden. IPS-typisch sind die Blickwinkel stabil, der Kontrast ist ebenfalls akzeptabel. Problematisch ist die geringe Helligkeit des Displays. Im direkten Sonnenlicht ist ein Ablesen des Displays unmöglich und selbst an einem hellen Tag im Freien ist das ZTE Blade V7 Lite nur bedingt zu verwenden.

ZTE Blade V7 Lite Display

Der 5-Punkt Touchscreen arbeitet zwar genau, hat jedoch eine spürbare Verzögerung bei der Umsetzung der Eingaben (Input-Lag). Für Schnellschreiber ist das ZTE Blade V7 Lite eher weniger geeignet. Durch Doppeltes Tippen auf das schwarze Display, kann man dieses entsperren (Smart-Wake). Zum Schutz vor Kratzern sollte man eine Displayschutzfolie aufkleben, denn Gorilla Glas wurde nicht verwendet.

Leistung

Das ZTE Blade V7 Lite läuft mit dem klassischen MT6735 Quad-Core Prozessor. Dieser ist im Low-Budget Bereich der Standard und sorgt im Normalfall für eine flüssige Bedienung und ein angenehmes Arbeitstempo bei Standard-Aufgaben. ZTE entschied sich allerdings für eine geringe 1GHz Taktfrequenz der Kerne. So nutzt Cubot den Prozessor im X17S und erzielt eine super Systemperformance. Anders bei ZTE. Das System ist immer sehr langsam und träge. Eine flüssige Bedienung kann man dem Blade V7 Lite niemals nachsagen. Der 2GB große RAM-Speicher bringt es auf Übertragungs-Raten von 2GB/s und 1,3GB stehen abzüglich System für Multitasking zur Verfügung. Apps öffnen langsam, das System bleibt gelegentlich komplett hängen und alle Eingaben werden mit deutlicher Verzögerung ausgeführt. Der interne 16GB große Speicher kann mit einer Micro-SD, bei Verzicht auf Dual-Sim zwar erweitert werden, ist mit 54/62 MB/s Lese-/Schreibgeschwindigkeit jedoch recht langsam. Standard-Games sind spielbar, 3D-Games sollte man nicht starten. ZTE enttäuscht mit dem V7 Lite auf ganzer Linie in punkto Leistung. Hier mangelt es an Optimierung und warum man nicht den Takt der Kerne auf 1,3GHz anhebt, bleibt uns ein absolutes Rätsel.

ZTE Blade V7 Lite Antutu BenchmarkZTE Blade V7 Lite Geekbench 3 benchmarkZTE Blade V7 Lite Speicehr Geschwindigkeit

ZTE Blade V7 Lite mit Android 6 ab Werk

Das ZTE Blade V7 Lite wird mit Android 6 Marshmallow ausgeliefert und genau wie das V7 sind von Beginn an viele Apps schon vorinstalliert. Einige Apps wie Facebook oder Twitter lassen sich auch nicht deinstallieren, einfach eine Frechheit! Der Launcher legt Android 6 ein sehr verspieltes Design über und verzichtet auf einen App-Drawer (Übersichtsseite mit allen Apps). Entsprechend landet jede installierte App automatisch auf den Home-Screen und muss in Ordnern organisiert werden. Die Schnellstartleiste ist das mit Abstand am hässlichsten gestaltete Element, das ich je auf einem Smartphone gesehen habe. Das V7 kommt mit Android Standard-Leiste und in der Lite Version wird herumexperimentiert. Immerhin gibt es keine direkten Fehler im System und alles wird ausgeführt, wenngleich sehr langsam. Mehr Positives, als dass das ZTE Blade V7 Lite über ein aktuelles System verfügt, lässt sich nicht sagen. Jedes 50€ Smartphone hat ein schnelleres System als das V7 Lite zu bieten.

ZTE Blade Lite Favor-MI UI Betriebssystem (3) ZTE Blade Lite Favor-MI UI Betriebssystem (1) ZTE Blade Lite Favor-MI UI Betriebssystem (2)

Kamera

Auch wenn man es an den Spezifikationen nicht direkt erkennt, die Unterschiede der Kamera sind in der Praxis dann deutlich sichtbar und spürbar. Der Autofokus des ZTE Blade V7 Lite arbeitet sehr langsam und nicht immer genau. Alle Bilder haben wenige Details, sind an den Rändern unscharf und die Farbwiedergabe ist zu schwach. Gleiches gilt für die vermeintlich gute Selfie-Cam mit eigenem Blitz. Auch diese kann im Test nicht überzeugen.

Kommunikation und Konnektivität

ZTE Blade V7 Lite Dual-SimDas ZTE Blade V7 Lite unterstützt alle in Deutschland notwendigen 2G, 3G und 4G (LTE) Frequenzen. Der mobilen Datenautobahn sind somit keine Grenzen gesetzt, außer die langsame Browser-Performance des Blade V7 Lite. Surfen macht nicht wirklich Spaß, ist jedoch machbar. Die Gesprächsqualität ist durchschnittlich mit klarer Stimmübertragung aber einen recht leisen Ohrhörer. Der Netzempfang war im Test ohne positive oder negative Auffälligkeiten.

ZTE Blade V7 Lite GPS Test FixDer WLAN-Modul funkt im 2,4GHz Netz und glänzt mit hoher Reichweite und guten Datendurchsatz. Bluetooth 4.0 funktioniert gut und auch OTG wird unterstützt. Das GPS-Modul verrichtet kritikfreie Arbeit und das V7 Lite verbindet sich in wenigen Sekunden mit 10 Satelliten und bestimmt die Position auf 2-m genau. Im Auto gab es keinerlei Probleme beim Navigieren und selbst ein Kompass ist mit verbaut. VR-Brillen können wegen dem fehlenden Gyroskop Sensor leider nicht genutzt werden.

Der interne Lautsprecher produziert auf allen Lautstärkestufen ein unangenehmes Kratzen und ist frei von Bässen. Die Lautstärke ist durchschnittlich. Mit angeschlossenen Mittelklasse Kopfhörern wird Musik erträglich aber ist weiterhin entfernt von einer guten Bewertung.

Akkulaufzeit

Die Akkukapazität von 2500 mAh ist für die Hardware angemessen gewählt und im normalen Betrieb kommt man auch locker durch den Tag. Spiele kann man ohnehin nicht wirklich zocken. Voll aufgeladen ist das ZTE Blade V7 Lite nach knapp 2,5 Stunden. An allen 7 Testtagen schaffte ich es durch den Tag und nach 2,5 Stunden DOT (Zeit mit eingeschalteten Display) waren gegen Abend noch 20-30% Akku übrig. Die Akkuleistung ist für Otto-Normal-Nutzer ausreichend, Power-Nutzer sollten die Finger vom Gerät lassen.

Preisvergleich

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Fazit und Alternative

58% keine Empfehlung!

Das ZTE V7 Lite überzeugt mit guter Verarbeitung und einem schicken Design. Auch der Empfang (Netz und GPS) kann sich durchaus sehen lassen. Ein Kompass ist in dieser Preisklasse ebenfalls nicht Standard. Leider ist das Arbeitstempo des V7 Lite unterirdisch und das Display ist an sonnigen Tagen nur schlecht zu verwenden. Die Kameras und die Akkulaufzeit können ebenfalls nicht überzeugen. 80€ mehr für das normale ZTE Blade V7 lohnen sich in jedem Fall. Einzig Smartphone-Einsteiger könnten sich ein Blade V7 Lite zulegen. Doch auch hier ist ein Blick in unsere Bestenliste bis 150€ auf jeden Fall die bessere Alternative.

  • Verarbeitung und Design 70 %
  • Display 60 %
  • Betriebssystem und Performance 40 %
  • Konnektivität und Kommunikation 80 %
  • Kamera 50 %
  • Akkulaufzeit 50 %

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