Das Lenovo Moto G5 ist die leistungstechnisch leicht abgespeckte und mit 5 Zoll auch kleinere Version der beiden Smartphones. Lenovotorola schafft mit dem G5 ihrem eigenen Mittelklasse Smartphone, dem Lenovo K6 somit Konkurrenz. Im Testbericht werden wir insbesondere die Unterschiede zum nahezu identisch ausgestatteten Xiaomi Redmi 4X genauer unter die Lupe nehmen. Kann das Moto G5 auch unter chinesischer Flagge an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen? Wir werden sehen!

Versionen und Bestellung

 Lenovo Moto G5  Lenovo Moto G5 Plus
Prozessor  Snapdragon 430 Snapdragon 625
Speicher  2/16GB oder 3/16GB  3/32GB
Kamera  13 Megapixel, f/2.0  12Megapixel, F/1.7
Display  5 Zoll, IPS, 1920 x 1080 Pixel  5,2 Zoll IPS, 1920 x 1080 Pixel
Akku  2800mAh 3000mAh, Quick-Charge
Preis 190€  280€

In Deutschland ist das Moto G5 mit 2 oder 3 Gigabyte RAM erhältlich und verfügt über 16GB Speicher. Aufgrund des geringen Preisunterschieds von 10€ sollte in jeden Fall die 3GB RAM Version gekauft werden. Das 0,2 Zoll größere Lenovo Moto G5 Plus verfügt immer über 3/32GB Speicher. Wir haben das Lenovo Moto G5 mit 3GB RAM eine Woche lang im täglichen Einsatz erprobt. Ab Mitte Mai wird diese Version im offiziellen Motorola Onlineshop zur Verfügung stehen!

Design und Verarbeitung

Das Lenovo G5 ist 148g leicht und besteht fast vollständig aus Kunststoff. In den ablösbaren Rücdeckel wurde eine 122 x 70mm große Aluminium Platte integriert, welche in der Hand ein gewisses Premiumgefühl erzeugen soll. Der gesamte Rahmen, sowie auch der Power-Knopf und die Lautstärkewippe bestehen aber wie beim Vorgänger aus Kunststoff. Der Rückdeckel kann abgelöst werden und darunter erhält man Zugriff auf die beiden Simkarten-Slots (2 x Nano) und den Micro-SD Slot (bis 256GB). Das Lenovo Moto G5 liegt zwar noch gut in der Hand, ist aber deutlich größer geraten, als vergleichbare 5 Zoll Geräte. Mit 144 x 73 ist es deutlich länger und breiter als das Vergleichbare Xiaomi Redmi 4X (140 x 70mm). Auch ist das Moto G5 mit 9,5mm dicker als das 9mm dicke Redmi 4X. Der 2800mAh starke Akku ist zwar wechselbar, aber das Redmi 4X ist mit einem 4100mAh Akku bestückt und trotzdem noch dünner. Auffällig am Lenovo G5 ist auch eine spürbare Kante am Übergang vom Display zum Rahmen.

Die Ränder links und rechts zum Display fallen mit 5mm für ein 200€ Gerät einfach zu groß aus. Lenovo hat selbst mit dem K6 gezeigt, dass es auch anders geht. Gesteuert wird das Moto G5 mit On-Screen-Tasten. Ein Fingerabdrucksensor in Form eines Home-Buttons, der nicht gedrückt werden kann, ist auch vorhanden. Dieser funktioniert schnell und genau und erweckt das Handy auch direkt aus dem Stand-By innerhalb von einer Sekunde. Der Button kann verschiedene Funktionen ausführen, sodass man vollständig auf die Onscreen-Tasten verzichten kann. Nachdem man die Ein-Tasten-Steuerung in der MOTO-App aktiviert hat, werden die On-Screen Buttons deaktiviert. Nun führt man mit einfacher Berührung den HOME-Befehl, mit Wischen nach links den Zurück-Befehl und mit Wischen nach rechts den Multitasking-Befehl aus und startet durch langes Drücken Google-Now. Nach kurzer Eingewöhnungsphase funktioniert die Navigation sehr gut und die On-Screen-Tasten haben wir nicht mehr vermisst.

Die Ohrmuschel dient auch gleichzeitig als Lautsprecher und das Mikrofon befindet sich als sichtbares Designelement neben dem ebenfalls auffälligen Home-Button. Eine Benachrichtigungs-LED ist leider nicht vorhanden, dafür gibt es eine „Inaktivitäts-Display“ (Bei Samsung Always ON) Funktion, die ständig das Display mit der Uhrzeit aufleuchten lässt. Benachrichtigungen werden hier zwar auch angezeigt, wenn man das Handy auf dem Tisch liegen hat, aktiviert sich diese Funktion jedoch andauernd. Die klassische Benachrichtigungs-LED wäre hier besser gewesen.

Das Design des Moto G5 gefällt mir einfach gar nicht und die Verarbeitungsqualität ist für 200€ absolut nicht angemessen. Das Gehäuse knarzt und quietscht bei festen Berührungen. Bei Verarbeitungsqualität und auch beim Design liegen einfach Welten zwischen einem Redmi 4X und dem Lenovo Moto G5.

Display des Lenovo Moto G5

Das Lenovo Moto G5 verfügt über ein 5 Zoll IPS Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel. Dies resultiert in einer Pixeldichte von 441 Pixel pro Zoll und einzelne Bildpunkte sucht man vergeblich. Die Blickwinkelstabilität ist gut und auch die Farbdarstellung kann im „Intensiv-Modus“ überzeugen. Zusätzlich steht noch ein Standard-Modus zur Auswahl, wobei die geringe Farbsättigung mir persönlich dann nicht mehr gefällt. Dass nicht nur eine hohe Auflösung relevant ist, wird dem Moto G5 im Freien zum Verhängnis. Durch die geringe maximale Helligkeit des Panels ist die Lesbarkeit im Freien nicht gut. Weiß erscheint außerdem immer grünlich bis gelb, was aber erst im direkten Vergleich mit anderen Smartphones auffällt.

Der 10-Punkt Touchscreen arbeitet genau und schnell, wie man dies für ein Smartphone in diesem Preisbereich auch erwarten darf. Bruchresistentes Gorilla Glas 3 kommt zum Einsatz, leider ist die Oberfläche sehr anfällig für Fettschlieren und Fingerabdrücke. Auch die Kante am Display stört bei der Nutzung, hier wäre ein glatter Übergang eleganter gewesen.

Leistung

Das Moto G5 läuft mit einem Snapdragon 430 Octa-Core Prozessor. Der Prozessor ist grundsätzlich der ideale Begleiter für Standard-Aufgaben und wird den meisten Nutzer vollkommen ausreichen. Aber bei einem Verkaufspreis von 200€ hat dieser Chip eigentlich nichts mehr verloren. Die 8 Kerne takten mit jeweils 1,4 GHz und sorgen in Kombination mit der Andreno 505 GPU und 3GB RAM für eine durchaus ordentliche Spiele-Performance.

Achtung! Lenovo hat eine 2GB RAM Version des Lenovo G5 auf den Markt gespült, welche nicht gekauft werden sollte, da die 3GB RAM Version die Performance deutlich steigert und nur 10€ mehr kostet!

Standard-Games wie Temple RUN oder Subwaysurf können problemlos gespielt werden, bei Asphalt 8 oder Modern Kombat 5 kommt das Lenovo Moto G5 aber dann schon ordentlich ins Schwitzen. Glücklicherweise ist das Hitzemanagement gut geregelt und erhitzt sich auch nach 1 Stunde Gaming nicht über 38°C. Die Benchmarkergebnisse entsprechen den Erwartungen an ein Snapdragon 430 Gerät und sollten durch das reine Vanilla Android eigentlich über dem Durchschnitt liegen.

Der interne Speicher beträgt auch in der 3GB RAM Version nur 16GB, kann aber auch bei gleichzeitiger Nutzung von Dual-SIM um 256GB erweitert werden. Die Lesegeschwindigkeit des internen Speicher ist mit 167MB/s in Ordnung, die Schreibgeschwindigkeit mit nur 25MB/s aber deutlich zu langsam. Auch der Arbeitsspeicher liegt mit 2,7GB/s deutlich unter dem Durchschnitt. Mehrere gleichzeitig geöffnete Apps sind problemlos möglich und auch der Wechsel ist trotzdem schnell möglich. Die Performance im Browser ist etwas holprig, aber geht gerade noch durch. Selbst ohne den Preis von 200€ im Hinterkopf kann die Performance des Moto G5 im Test nicht überzeugen. RAM und Speicher sind deutlich zu langsam und auch vom Vanilla Android System hätte ich mehr erwartet.  

System

Das Lenovo MOTO G5 läuft mit einem aktuellen Android 7 Betriebssystem. Die G-Reihe war unter Motorola für Updates und geringe Systemanpassungen bekannt. Optionsmenü und Schnellstartleiste bleiben komplett unverändert. Für zusätzliche Features muss die MOTO-App gestartet werden. Darin kann z.B. die Ein-Tasten-Steuerung aktiviert werden. Aktivieren der Taschenlampe, Starten der Kamera-App oder Starten des Einhandmodus funktionieren mit verschiedenen Gesten problemlos und sind sogar eher sinnvoll als spaßig. Nun zum etwas nervigen Teil, denn der Launcher ist im Auslieferungszustand nicht anpassbar und auch leider nicht unveränderter Google Vanilla Zustand.

Die Google-Leiste oben auf dem Startbildschirm lässt sich nicht entfernen und nach links Wischen führt zwangsweise zu Google Now. Dies ist alles nicht optional, sondern, solange man sich keinen alternativen Launcher im Playstore besorgt, einfach Zwang.

Immerhin wird das System frei von jeglicher Bloatware geliefert. Lediglich die Google-Apps sind vorinstalliert. Wer auf reines und unverändertes Android 7 Nougat steht, erhält dies auch weitestgehend mit dem Lenovo Moto G5. Aber die spezielle Anpassung der Home-Screen sollte man bedenken. Das System läuft flüssig und fehlerfrei und auch Updates kann man erwarten.

Kamera

Die 13 Megapixel Knipse des Lenovo Moto G5 verfügt über eine f/2.0 Öffnung und macht bei Tageslicht sehr schöne Aufnahmen. Die Bilder sind farblich akkurat, scharf und detailreich. Gleichzeitig ist das Rauschen in den Bildern auf ein Minimum reduziert. Auch bei schlechteren Lichtverhältnissen liefert das G5 akzeptable Bilder ab. Der Kontrastumfang bei den Aufnahmen ist ebenfalls akzeptabel und kann mit dem HDR Modus verstärkt werden. Je nach Kulisse ist der HDR Modus dann aber zu extrem. Der Autofokus arbeitet schnell und stets genau, zusätzlich kann man auch einfach einmal kurz auf den Bildschirm tippen. Videos können in ansprechender Qualität in Full-HD Auflösung mit 30 FPS aufgenommen werden, auch ein Slow-Motion Modus (nur 960×540 Pixel bei 120 FPS) steht zur Verfügung. Der LED-Blitz ist hell und eine sinnvolle Unterstützung bei Aufnahmen im Dunkeln. Für das ein oder andere Selfie steht eine 5 Megapixel Frontkamera zur Verfügung. Die Aufnahmen können in punkto Schärfe und Details ebenfalls überzeugen.

Zumindest in der Kategorie Kamera kann das Lenovo Moto G5 nun wieder etwas Boden gutmachen. Für gelegentliche Schnappschüsse und Selfies ist das Moto G5 bestens geeignet.

Kommunikation und Konnektivität

Das Lenovo Moto G5 unterstützt alle in Deutschland benötigten 2G, 3G und 4G LTE Frequenzen. Die Gesprächsqualität ist gut und die Ohrmuschel wird zusätzlich als Lautsprecher genutzt. Diese Positionierung ist sehr praktisch, so sorgt dieser auch für klaren und lauten nach vorne gerichteten Sound. Die Qualität ist aber nicht die beste und auf hoher Lautstärke werden die Höhen zu schrill. Ein spezielles Problem möchte ich euch aber auch nicht vorenthalten: Ich verschicke gerne Sprachnachrichten über Whatsapp und halte mir dann den Lautsprecher ans Ohr um diese Abzuhören. Dies ist leider mit dem G5 nicht möglich, da das Display sich dann abdunkelt und Whatsapp beendet wird. Der Freisprecher kann während des Telefonats verwendet werden und die Umgebungsgeräusche werden unterdrückt.

Der Netzempfang des Moto G5 ist weder ausgewöhnlich gut noch schlecht. Das WIFI Modul unterstützt das 2,4 und 5GHz Netz mit n-Standard. Die Reichweite ist leider nur durchschnittlich und bereits nach 10m Abstand zum Router wird der Datendurchsatz deutlich reduziert (20 von 50 Mbit kommen noch an). Ein Bluetooth 4.2 Modul ist auch mit dabei und funktionierte im Test problemlos.

Der GPS Empfang ist für die Autonavigation ausreichend und auf der 150km langen Teststrecke kam es zu keinen Abweichungen vom Kurs. Bei der Fußgängernavigation muss allerdings auf einen Kompass verzichten werden, in diesem Preisbereich eigentlich unüblich. Ein Gyroskop zur Nutzung von VR-Brillen ist dann aber mit dabei. Außerdem sind ein Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeits-Sensor verbaut.

Akkulaufzeit

Der 2800 mAh Akku des Lenovo Moto G5 kann einfach gewechselt werden. Dies ist dann auch schon das einzige Positive, was man zur Akkulaufzeit des Moto G5 berichten kann. Bis der Akku voll aufgeladen ist vergehen 2 Stunden und 20 Minuten. Wenn man zwischendrin mal nachladen möchte, erhält man zwischen 10 und 90% alle 20 Minuten 15% Akkulaufzeit. In Anbetracht der großen Abmessungen und der Dicke des Gehäuses ist der Akku einfach zu klein. Da man im Freien die Helligkeit des Displays auf das Maximum aufdrehen muss, hielt der Akku an 2 Testtagen nur bis 18:00 Abends durch. Im PC Mark Akkutest bringt es das Moto G5 ebenfalls auf wenig beeindruckende 6,5 Stunden Laufzeit (mittlere Displayhelligkeit). Der Stand-By Verbrauch ist allerdings sehr gut. Intensiv-Nutzer sollten die Finger vom Lenovo Moto G5 lassen, alle Otto-Normalos werden es durch den Tag schaffen.

Preisvergleich

Shop Preis  
EmpfehlungAmazon Shop bewertung Nur 190 EUR * 

* Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich.

Fazit und Alternative

68% Rückschritt

Die erfolgreichen Tage der Moto G-Reihe sind gezählt. Der Preis bleibt mit 200€ durchaus niedrig, aber die Leistung enttäuscht bis auf die Kamera durch die Bank. Abgesehen davon, dass Design nun mal Geschmackssache ist, ist die Verarbeitungsqualität einfach schlecht. Das Display ist zwar scharf, aber die Helligkeit zu gering. Den Prozessor kann man durchaus verwenden, aber der langsame Speicher und RAM ist nicht angemessen. Von der Akkulaufzeit und Ladezeit bleiben wir vollkommen unbeeindruckt und der WIFI Empfang ist nicht ohne Makel. Positiv verbleibt somit lediglich der ablösbare Rückdeckel mit wechselbaren Akku und Dual-Sim + Micro-SD Unterstützung. Auch die Kamera geht für den Preisbereich um 200€ voll in Ordnung.

Alternativen und Konkurrenten, selbst aus dem eigenen Lenovo-Lager, sind schnell genannt. Ein Lenovo ZUK Z2 kostet weniger und leistet in allen Belangen viel mehr. Ein Lenovo K6 ist ebenfalls offiziell in Deutschland erhältlich und steht ebenfalls wesentlich besser da als das Moto G5. Ein Redmi Note 4X ist zwar eher der Konkurrent des G5 Plus, aber trotzdem deutlich günstiger als bereits das kleine Modell und zerstört das G5 in jeder Kategorie. Das 5 Zoll große Redmi 4X kann es ebenfalls mit einem deutlich günstigeren Preis mit dem Lenovo Moto G5 aufnehmen.

  • Verarbeitung und Design 50 %
  • Display 70 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Kamera 90 %
  • Konnektivität und Kommunikation 70 %
  • Akkulaufzeit 60 %

Schreibe einen Kommentar

Kommentar Updates
avatar
wpDiscuz