Mit dem Doogee F7 Pro schickt der chinesische Hersteller zwei Smartphones ins Rennen, die mit aktuellen Geräten der oberen Mittelklasse mithalten sollen. In beiden Modellen kommt Mediatek‘s Helio X20 als Prozessor zum Einsatz. Die Pro-Version ist mit 4 GB RAM und einer 21 Megapixel Kamera ausgestattet, während die Standardversion 3 GB RAM und eine 13 Megapixel Kamera bietet. Beide Smartphones haben ein FullHD-Display, welches beim F7 Pro 5,7 Zoll und bei der Standardversion 5,5 Zoll misst. Zudem bieten beide Handys volle LTE Unterstützung, Dual-Sim und ein aktuelles Android 6 System. In unserem Test des Doogee F7 Pro haben wir untersucht, ob das Smartphone hält, was es verspricht.

Design und Verarbeitung

Die Handys stehen in einer schwarzen und einer gold-weißen Version zur Verfügung. Auf der Rückseite befindet sich unterhalb der Kamera und dem LED Blitz ein Fingerabdrucksensor. Die Lautstärkeregler und der Powerbutton befinden sich auf der rechten Seite. Das Smartphone wird von einem Metallrahmen umgeben, der einen wertigen Eindruck macht. Die Rückseite aus Kunststoff hingegen hinterlässt keinen besonders guten Eindruck und fühlt sich im Vergleich mit ähnlich teuren Smartphones ziemlich billig an.

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Auf der Unterseite befindet sich der Lautsprecher und ein USB-Type-C Anschluss. Der Rückdeckel ist nicht abnehmbar. Zwei Nano-Simkarten werden in einen Einschub auf der linken Seite in das Smartphone eingefügt. Vollkommen unnötig ist, dass Doogee auf die Speichererweiterung verzichtet. Man ist also auf den 32 GB großen Speicher beschränkt.

In der Größe unterscheiden sich die Standard- und Pro-Version voneinander. Während das Doogee F7 ein 5,5 Zoll großes Display hat, fällt das F7 Pro mit 5,7 Zoll etwas größer aus. Oberhalb des Displays befindet sich eine Benachrichtigungs-LED. Der Hersteller gibt bei der Pro-Version ein Gewicht von 180 g an. Unsere Messung zeigt allerdings, dass das Handy ganze 203g wiegt. In der Hand fühlt sich das Smartphone ziemlich schwer an. Zudem lässt die Abweichung von der Herstellerangabe vermuten, dass auch das Doogee F7 in der Standardversion schwerer ist als angegeben. Mit einer Dicke von 9,5 mm ist das Handy zudem alles andere als schlank gebaut.

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Das Doogee F7 pro hinterlässt optisch und haptisch einen durchwachsenen Eindruck. Zwar ist das Handy gut verarbeitet und hat einen Metallrahmen. Vergleicht man es jedoch mit anderen Smartphones aus dem gleichen Preisbereich, kann man nur sagen, dass das Handy meilenweit zurückliegt. Zudem ist es äußerst schade, dass der Hersteller auf die Speichererweiterung verzichtet hat.

Lieferumfang des Doogee F7

doogee-f7-pro-2Im Lieferumfang des Doogee F7 Pro ist folgendes Zubehör enthalten

  • Netzstecker
  • USB-Type C Kabel
  • Kunststoff Schutzhülle
  • Schnellstart-Anleitung
  • Pin zum Herausnehmen des Simslots.

Display

Als Display ist bei beiden Versionen ein Panel mit Full-HD Auflösung verbaut sein. Dies führt bei dem 5,5 Zoll großen Doogee F7 zu einer Pixeldichte von 400 ppi, während das F7 Pro eine Bildpunktdichte von 368 ppi hat. Das Doogee F7 Pro verfügt über ein scharfes Bild, auf dem keine einzelnen Bildpunkte mehr ersichtlich sind. Die Farbdarstellung ist kräftig und leuchtstark und auch die Helligkeit und der Kontrast sind gut. Durch die Verwendung von 2.5D Glas wird zudem der haptische Eindruck gesteigert. Der Touchscreen registriert 5 Berührungspunkte gleichzeitig und arbeitet präzise.

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Kritik müssen wir allerdings an der Verarbeitung des Displays äußern. So bilden sich auf dem Display bei leichtem Druck bereits Verfärbungen, was eine unsaubere Verarbeitung mit Luft zwischen Display und Touchpanel vermuten lässt. Häufig führt dies nach längerer Nutzung zu Clouding (permanente helle Verfärbungen des Displays). Ebenfalls bereitet es uns Sorgen, dass bereits nach wenigen Tagen der Nutzung ein erster toter Pixel in der Mitte des Displays aufgetreten ist. Und schließlich zeigt sich das Doogee F7 Pro anfällig für Kratzer. So zeigt unser Testgerät nach wenigen Tagen der Nutzung bereits erste kleine Beschädigungen auf dem Displayglas.

Wenngleich das Display auf den ersten Eindruck zu überzeugen scheint, zeigt das Doogee F7 Pro auch hier erhebliche Mängel.

Leistung

Das Doogee F7 Pro verfügt über einen Helio X20 Prozessor, der in der Standardversion von 3 GB RAM und in der Proversion von 4 GB RAM unterstützt wird. Der CPU verfügt über zehn Kerne, die in drei Cluster aufgeteilt sind. Durch die hohe Anzahl an Kernen bietet der Helio X20 nicht nur eine starke Leistung, sondern ist zudem auch sehr energiesparend. Die bisher von uns getesteten Smartphone mit Helio X20 (LeEco Le 2, Vernee Apollo Lite, Meizu Pro 6, Xiaomi Redmi Note 4) hatten allesamt eine gute Gaming-Performance und eine sehr gute Geschwindigkeit im System und in Apps. Das Doogee F7 Pro hängt hier leider hinterher. Bereits in der Navigation durch die Homescreens zeigen sich minimale Hänger und beim Öffnen von Apps muss man wesentlich länger warten als bei anderen Smartphones mit Helio X20. Auch die Gaming-Performance ist durchwachsen. Asphalt 8 lässt sich nicht einmal mit den niedrigsten Grafikeinstellungen flüssig spielen. Shooter wie N.O.V.A 3 oder Dead Trigger laufen jedoch gut.

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Die verbauten Speichermodule erzielen mittlere Werte. So kommt der interne Speicher auf eine Lesegeschwindigkeit von 162 MB/s. und eine Schreibgeschwindigkeit von 82 MB/s. Der RAM ist 6 GB/s schnell. Mit diesem Wert liegt das Smartphone gleichauf mit dem Vernee Apollo Lite.

Android 6

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Das Doogee S7 Pro ist mit einem aktuellen Android 6 Betriebssystem ausgestattet. Auf dem Smartphone ist der Google Playstore vorinstalliert und alle Apps lassen sich nutzen. Die Benutzeroberfläche wurde vom Hersteller weitestgehend unberührt gelassen. So finden sich auf dem Smartphone keine chinesischen Spam Apps. Auch die Bedienelemente sind unverändert. Das System läuft weitestgehend stabil. Gelegentlich kam es jedoch zu Abstürzen des Playstores und der Musikapp. Zudem schränken die eben bereits erwähnten Performanceprobleme die Bedienungsfreundlichkeit etwas ein.

Kamera

Das Doogee F7 Pro verfügt über eine 21 Megapixel Kamera mit einem IMX230 Sensor von Sony. Die Blendenzahl der Kamera-Blende beträgt ƒ/2.2. Auf der Vorderseite kommt eine 8 Megapixel Kamera mit einem Sensor von Samsung zum Einsatz. Bei guten Lichtbedingungen lassen sich mit der Kamera einigermaßen brauchbare Bilder aufnehmen. Die Schärfe im Zentrum der Aufnahme ist meistens in Ordnung, an den Rändern sind die Bilder aber häufig sehr unscharf. Die Farbwiedergabe ist weitestgehend stimmig, allerdings sind die Farben häufig etwas kalt. Bei Nachtaufnahmen macht das Doogee F7 Pro keine gute Figur.

Auffällig an der Kamera ist zudem der extrem langsame Autofokus. So braucht das Smartphone in der Regel 2 Sekunden, um scharf zu stellen. Häufig fokussiert das Handy zudem nicht ordnungsgemäß. Dies schränkt den Spaß beim Fotografieren leider massiv ein, da man ständig manuell fokussieren muss, um ein scharfes Bild zu erhalten. Die Auslösezeit ist ebenfalls wesentlich länger als bei anderen Smartphones.

Die Standardversion des Doogee F7 verfügt über eine 13 Megapixel Kamera auf der Rückseite und eine 8 Megapixel Kamera auf der Frontseite. Ob es sich hier auch um die Sensoren eines namhaften Herstellers handelt, ist bisher nicht bekannt. Da aber selbst die Pro-Version in unserem Test nicht überzeugen kann, glauben wir nicht, dass die Standardversion ein besseres Ergebnis liefert.

Konnektivität

doogee-f7-pro-9Das Doogee F7 Pro ist ein Dual-Sim Handy. Es können zwei Nano Simkarten gleichzeitig in dem Smartphone genutzt werden. Die Stärke des Empfangs ist durchschnittlich und wir hatten keine Probleme, unterwegs im Internet zu surfen. Die Gesprächsqualität ist in Ordnung. Die eigene Stimme wird etwas dumpf übertragen. Die Freisprechfunktion kann aufgrund von Störgeräuschen nicht gut verwendet werden. Der interne Lautsprecher macht einen passablen Job. Der Klang ist relativ laut und verfügt über differenzierte Höhen und Tiefen, ist jedoch etwas blechern. Bei höchster Lautstärke sind Verzerrungen hörbar.

Als Sensoren verbaut Doogee einen Beschleunigungssensor, Näherungssensor, Helligkeitssensor und ein Gyroskop.

Der WLAN und Bluetooth Empfang des Doogee S7 Pro liegt unter dem Durchschnitt. So kann eine stabile Bluetooth Verbindung auf maximal 5 m aufrechterhalten werden und auch bei der Verbindung zum Router empfängt das Handy früher als andere Smartphones der gleichen Preisklasse keine Daten mehr. Insgesamt ist Wifi und Bluetooth zwar durchaus nutzbar, andere Geräte leisten hier jedoch mehr. Das GPS-Signal ist zum Navigieren brauchbar, der Standort wird zuverlässig bestimmt. Auch ein Kompass für die Fußgängernavigation ist vorhanden.

Akku

Das Doogee F7 Pro verfügt über einen starken 4000mAh Akku. Mit dieser Kapazität ist das Handy auch für Powernutzer ausdauernd genug. Eine Stunde YouTube-Video schauen kostet das Doogee F7 Pro nur 13 % Akku. So kann das Smartphone etwa 5 Stunden über zwei Tage verteilt genutzt werden, bevor die Lichter ausgehen. Wer sein Handy eher selten zur Hand nimmt, kommt mit dem Smartphone auch zwei Tage aus.

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Fazit und Alternative

63% Bruchlandung

Das Doogee F7 Pro kann von uns keine Kaufempfehlung erhalten. Das Handy ist weit entfernt davon, das zu leisten, was andere China-Smartphones bereits für weniger Geld bieten. So zeigt das Display Verarbeitungsmängel und generell ist die Verarbeitung nicht so, wie man es einem Handy dieses Preises erwarten würde. Das System ist schlecht optimiert und läuft wesentlich langsamer als bei anderen Handys mit identischer Ausstattung. Auch die Kamera kann nicht überzeugen. Im Vergleich mit dem günstigeren Vernee Apollo Lite ist das Doogee F7 Pro wesentlich schlechter verarbeitet, langsamer, hat eine schwächere Kamera und bietet nicht die Möglichkeit, den internen Speicher zu erweitern. Im Vergleich mit den gleichteuren Geräten von Xiaomi oder LeEco ist das Doogee F7 Pro komplett chancenlos.

  • Verarbeitung und Design 60 %
  • Display 50 %
  • Betriebssystem und Performance 60 %
  • Konnektivität und Kommunikation 70 %
  • Kamera 60 %
  • Akkulaufzeit 80 %

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5 Kommentare zu "Doogee F7 Pro Testbericht"

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Peter
Gast
Peter

USB Anschluss erkennt keine USB Speicherstick

Tom
Gast
Tom

Chinaphones in allen Ehren… Aber wenn deren Display nicht mit einem Schutz versehen wird, hat man nicht lange Freude daran… Ich hoffe, dass hier was verbaut wurde / wird.

Gast
Gast
Gast

ach, und welches Smartphone kommt nicht aus China?

FloHech
Gast
FloHech

Chinaphones werden in China entwickelt und werden nicht offiziell in Europa bzw. Deutschland verkauft. Reicht die Definition oder haben sie schon einmal ein xiaomi Smartphone bei Saturn gesehen?

midaw
Gast
midaw

Aber ZTE ist auch China oder Huawei und werden in Deutschland verkauft!

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