Rollt den roten Teppich aus, lasst das Blitzlichtgewitter beginnen: Hier kommt ein Statussymbol aus dem Hause Ulefone. Das T1, in der Premium-Edition, hat mächtig Speicher-Holz vor der Hütte und verwöhnt seine Käufer obendrein mit elegantem und kessem Design. Wo die Schwächen des Edel-Ulefone liegen, und ob es überhaupt welche hat, soll der Test zeigen.

Eines vorab: Die hier getestete Premium-Version dürfte von Verarbeitung und Performance absolut vergleichbar mit dem „Normal“-Modell sein. Die Premium-Variante hat lediglich einen größeren internen Speicher, nämlich satte 128 GB, eine extravagantere Optik und natürlich einen höheren Preis.

Design

Ulefone T1 Test Display 1

Huch, wer liegt denn da? Ein Iphone 7? Ein Umidigi Z1? Oder doch ein Ulefone Gemini? Letzteres trifft schon am ehesten zu, denn das Ulefone T1 ist sozusagen der heimliche Nachfolger des Gemini. Allerdings hat das T1 einiges mehr auf dem Kasten. Angefangen beim Design: Mit seinen 178 Gramm und Maßen von 15,50 x 7,69 x 0,85 cm ist es nicht der schlankste Vertreter seiner Gattung, liegt aber sehr gut in der Hand.

Der Aluminium-Body in frechem Blau-Rot macht einen sehr hochwertigen Eindruck, doch Vorsicht: Es herrscht Rutschgefahr. Die glatte Oberfläche lässt es leicht aus der Hand gleiten. Das mitgelieferte Leder-Cover macht es nicht wirklich besser. Insgesamt wirkt das Äußere sehr aufgeräumt: Bis auf die (sicherlich nützlichen) Antennenstreifen auf der Rückseite wirkt das Ulefone T1 wie aus einem Guss.

Ulefone T1 Test Rückseite

An der Vorderseite befindet sich nur eine kapazitive Taste, die als Homebutton und (zuverlässiger) Fingerprint-Sensor fungiert. Das sieht zwar schick aus, erschwert die Bedienung allerdings (siehe Punkt Android). Das ist schade, denn Soft-Touch-Buttons hätten das Problem elegant und quasi unsichtbar gelöst.

Links und rechts von der Ohrmuschel sitzen Benachrichtungs-LED, Selfie-Blitz und -Kamera. An der rechten Flanke wurden die Laut- und Leise-Tasten sowie der On/Off-Button platziert; Kritikpunkt: Für ein Gerät dieser Preisklasse sollten die Tasten weniger Spiel haben. Oben ist die Klinkenbuchse, unten der USB-C-Anschluss nebst Lautsprecher und Mikrofon. Das Backcover ist nicht abnehmbar, die Dual-Kamera ragt einen Millimeter heraus.

Display

Hier gibt es wirklich nichts zu meckern: Mit einer Größe von 5,5 Zoll, einem Full HD IPS-Panel und einer Auflösung von 1920×1080 spielt das Ulefone T1 auf hohem Niveau mit. Dank einer Pixeldichte von 401ppi ist es ausgeschlossen, einzelne Bildpunkte mit dem Auge zu erkennen, das heißt: Das Bild ist absolut scharf und klar.

Ulefone T1 Test Display 3

Die Blinkwinkelstabilität ist sehr gut und auch die Farbwiedergabe sowie der Kontrast profitieren von der verbauten IPS-Technik – beides kommt sehr natürlich rüber und vor allem nicht zu grell, wie das häuft der Fall ist. Wem es nicht bunt genug ist, der kann mit dem On-Board-Tool Mira-Vision an den Reglern basteln. So ein wertvolles Display will geschützt sein, weshalb der Hersteller nach eigenen Angaben auf Gorilla Glas 3 setzt.

Leistung

Als Prozessor kommt ein Helio P25 Octa-Core Prozessor zum Einsatz. Diese Mittelklasse-CPU liefert eine gute Geschwindigkeit und Energieeffizienz. Auf den Alltag bezogen heißt das: Surfen, Apps und Multimedia werden zum Genuss. Mit Einschränkungen ist auch 3D-Gaming möglich, denn bei aktuellen Spielen, die viel Grafikleistung verschlingen, stößt die Mali-T880 1GHz GPU an ihre Grenzen. Nicht vergessen: Hier liegt ein Smartphone für 230 Euro auf dem Tisch (Normal-Edition des T1 unter 200 Euro).

 

Die Paradedisziplin des T1 Premium ist der Speicher. Ganze 128 GB hat Ulefone in das Smartphone gepackt – die bekommt man so schnell nicht voll. Wer auch das schafft, kann mittels Micro-SD den Speicher noch aufblasen. Durch die großzügigen und flotten (4203 MB/s) 6 GB Arbeitsspeicher wird das Smartphone zur zuverlässigen Multitasking-Maschine.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Android

 

Ulefone T1 Android3

Ulefone T1 Android1

Die schlechte Nachricht zuerst: Der Homebutton ist zwar schick und schlicht, aber wirklich praktisch ist er nicht. Sein Können beschränkt sich auf diese eine Funktion: Auf den Startbildschirm zurückkehren. Das Ulefone T1 verzichtet auf weitere Bedienelemente an der Front und setzt stattdessen auf On-Screen-Buttons. Das ist schade, weil auf diese Art einerseits „Display“ verloren geht, andererseits leidet die Usability.

 

Ansonsten herrscht heiter Sonnenschein im Android-Land: Version 7.0 ist vorinstalliert, soweit erkennbar ohne jeglichen Firlefanz. Alles ist an seinem gewohnten Platz und keine lästigen Apps sind vorinstalliert. Im Klartext heißt das: Einschalten, einrichten, loslegen und wohlfühlen. Das System als Ganzes, also Hardware und Software, harmoniert sehr gut und läuft sehr flüssig. Bugs haben sich nach zweiwöchige Testphase keine offenbart, lediglich drei unerklärliche Abstürze samt Reboot hat sich das Gerät geleistet.

Kamera

Zunächst die Fakten: Das Ulefone T1 verfügt an der Rückseite über eine Dual-Kamera, die auf einen 16 MP Samsung S5K3P3 Sensor sowie einen weiteren 5 Megapixel Sensor setzt. An der Vorderseite sitzt eine 8 MP-Selfiecam.

Dann zur Praxis: Wer glaubt, für rund 200 Euro bekommt man eine funktionierende, zufriedenstellende Dual-Kamera, der irrt. Das Ulefone T1 wäre das erste Gerät eines kleineren Herstellers gewesen, das ernsthaft diese Bezeichnung verdient gehabt hätte. Vielmehr ist es, wie bei anderen Smartphones auch, so, dass eine Software einen zentrierten Bereich scharf lässt und Bereich außerhalb verschwimmen lässt. Ein Fake-Bokeh, sozusagen. Nicht mehr als eine Software-Spielerei.

Aber gut, Schwamm drüber. Viel interessanter ist, ob das T1 gute Standard-Aufnahmen produziert. Die Kurzfassung: Ja, die Bilder sind ordentlich. Die Langfassung: Die 16 Megapixel kommen sehr gut zur Geltung, Farben wirken echt und satt, die Bilder verfügen über viele Details. Die Auslösezeit ist flott und auch die Geschwindigkeit des Autofokus muss sich nicht verstecken. Bei Tageslicht erhält man schöne Fotos, auch oder vor allem im HDR-Modus. Die Schwäche des Kamerasensors ist eindeutig Gegenlicht. Oft braucht es einen zweiten oder dritten Anlauf, um passend zu belichten und zu fokussieren. Im schlechtesten Fall ist das Motiv total dunkel.

Bei wenig Licht wird die Luft schon dünner für das Ulefone. Bei Nahaufnahmen kann der Quad-LED-Blitz zwar noch einiges ausgleichen, doch wenn es um ein großflächiges Motiv geht, sind Bilder unterbelichtet, verrauscht und auch oft verwackelt. Ein bisschen Kosmetik lässt sich im „Pro“-Modus betreiben, der Einstellungen wie ISO, Weißabgleich, Sättigung und Helligkeit ermöglicht. Bessere Ergebnisse liefert auch die „automatische Szenenerkennung“; ärgerlich nur, dass sie bei jedem Neustart der Kamera-App neu aktiviert werden muss. Die Selfiecam tut ihren Dienst, nicht mehr und nicht weniger.

Lieferumfang

Nicht schlecht, Herr Specht: Im Lieferumfang ist fast alles enthalten, was das Herz begehrt.

  • LadekabelUlefone T1 Test Lieferumfang
  • USB-C Netzteil
  • Adapter Micro-USB auf USB-C
  • Leder-Case
  • Screen-Protector
  • Haltefuß, um das Telefon „aufzustellen“
  • Anleitung, u.a. auf deutsch
  • Ulefone T1

Konnektivität

Das Ulefone T1 ist ein Dual-Sim Handy, es kann zwei Nano-SIM-Karten gleichzeitig schlucken. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Speicher zu erweitern; dann aber muss wegen des Hybrid-Slots eine SIM-Karte dran glauben. Halb so wild, denn das T1 Premium hat ja Speicher im Überfluss.

Ulefone T1 Test Simkarten Empfang

Das Smartphone unterstützt in der Europa Version alle in Deutschland nötigen 2G, 3G und 4G Frequenzen. Auch das wichtige LTE Band 20 ist vorhanden. Die Gesprächsqualität lässt ebenfalls keinen Raum für Kritik: Die Hörmuschel ist ausreichend laut und die Stimme am anderen Ende der Leitung klar und deutlich zu hören.

Das Ulefone T1 unterstützt den 802.11 a/b/g/n Wifi-Standard und kann sich mit 2,4 GHz und 5 GHz WLAN-Netzen verbinden. Die Empfangsstärke ist durchschnittlich. Bluetooth steht im 4.1-Standard zur Verfügung. Der GPS Sensor verrichtet auf freier Flur seinen Dienst zuverlässig, in der Stadt, also zwischen Gebäuden leistet er sich häufig Aussetzer. Als Sensoren sind verbaut: Umgebungslichtsensor, Schwerkraft-Sensor, Gyroskop und Näherungssensor.

Über den 3,5 mm Kopfhöreranschluss bekommt man einen sehr guten Klang. Der Lautsprecher des Ulefone T1 macht zwar mächtig Lärm, mehr als blechernes Scheppern kommt auf Maximallautstärke aber nicht heraus.

Akku

Ulefone T1 PCMarkAkku

Laut Hersteller hält der Akku 3680 mAh bereit. Tatsächlich aber zeigt die Messung, dass nur 3200 mAh in ihm schlummern. Auch der Akkutest zeigt, dass das Ulefone T1 nicht zu den Langstreckenläufern zählt.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Kapazität bei häufiger Nutzung gerade so ausreicht, um durch den Tag zu kommen. Wer seltener zum Smartphone greift, schafft auch mehr. Das Aufladen des Li-Polymer-Akkus geht dank  9V/2A Pump Express+ 2.0 sehr flott. In knapp zwei Stunden ist der Tank wieder voll.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Fazit und Alternative

Philip Benbi  1 von 2 1
Philip Hauck:

Punktlandung: Das Ulefone T1 ist ein rundum gelungenes Mittelklasse-Smartphone. Es sieht schick aus, ist gut verarbeitet und bringt eine stattliche Hardware mit. Höhepunkt ist der 128 GB große Speicher (in der Premium-Edition). Das T1 meistert alle alltäglichen Aufgaben und fühlt sich auch mit 3D-Spielen wohl. Für rund 200 Euro beherrscht es außerdem alle wichtigen Frequenzen, natürlich auch Band 20 (LTE). Minuspunkte sind der Homebutton, die Akkulaufzeit und die Kamera, sobald sie mit Gegenlicht konfrontiert wird. Alles in allem kann eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

80%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 100 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 60 %

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