Der Begriff „Mittelklasse-Smartphone“ trifft beim Oukitel K8 ziemlich genau zu. Das K8 versucht ein All-Rounder zu sein und gleichzeitig mit einem 6 Zoll großen Display ohne Notch zu trumpfen. Dies dürfte einige Nutzer erfreuen, genauso wie schmale Ränder des Displays, der Fingerabdruck Sensor und ein 5000mAh großer Akku. Dazu kommt der DualSIM-Slot (Hybrid), 3,5mm Klinke, 4/64GB Speicher und volle LTE Unterstützung und das Ganze zu einem Preis von umgerechnet ca 130€. Lediglich bei der Leistung des Prozessors muss man auf dem Papier Abstriche machen, dazu im Praxistest mehr. Zum Lieferumfang gehört neben dem Smartphone noch ein EU-Ladeadapter inkl. Kabel, der Garantieschein, eine durchsichtige Silikonhülle und eine bereits aufgeklebte Schutzfolie.

Oukitel K8 Lieferumfang

Design und Verarbeitung

Das K8 setzt auf einen gefrästen Metall-Rahmen mit einer Kunststoff Rückseite und ist nur in der Farbe „Space Grau“ verfügbar. Das Smartphone liegt aufgrund der angefrästen Flanken überraschend gut in der Hand, jedoch merkt man sofort das hohe Gewicht durch das große Display und den Akku. Die Gewichtsverteilung ist sehr gut, und es neigt nicht zum Kippen, daher eignet es sich noch zur einhändigen Bedienung. Das einzige Manko der Verarbeitung sind die links angebrachten Lautstärke Knöpfe sowie der Power Button. Sie bestehen aus Kunststoff, was per se nicht schlimm ist. Allerdings sitzen sie leider relativ locker im Gehäuse und neigen ohne die mitgelieferte Silikonhülle zum Klappern. Jedoch haben sie einen guten Druckpunk.

Oukitel K8 Design und Verarbeitung 4 Oukitel K8 Design und Verarbeitung 2 Oukitel K8 Design und Verarbeitung 3 Oukitel K8 Design und Verarbeitung 1

Das Oukitel K8 misst 160 x 76 x 11mm und wiegt 239g. Ein relativ hohes Gewicht, wenn man allerdings das 6 Zoll Display und den 5000mAh Akku berücksichtigt, relativiert sich das Gewicht. Dank der schmalen Displayränder bleibt das Smartphone relativ klein.

Auf der Vorderseite befindet sich die 5MP Selfie Cam, sowie eine 3-farbige Benachrichtigungs-LED (Rot, Blau, Grün). Bedient wird über On-Screen-Buttons, die sich nach eigenem Belieben anordnen lassen (Zurück-Knopf links oder rechts angeordnet).

Oukitel K8 Display Oukitel K8 Rückseite

Auf der Rückseite findet man die Hauptkamera, die mit 13MP auflöst. Der zweite Sensor stellte sich wie erwartet als Fake-Sensor heraus und dient lediglich der Optik. Direkt neben der Kamera findet man einen LED Blitz, sowie unter der Kamera den Fingerabdruck Sensor. Hier bin ich sehr positiv überrascht von der Geschwindigkeit (0,5sek zum Homescreen/unlock) und einer Genauigkeit von 9/10! Hier hat Oukitel sehr gute Arbeit geleistet.

An der Oberseite ist der 3,5mm Klinkenanschluss untergebracht, der seine Arbeit ohne Auffälligkeiten verrichtet. An der Unterseite befindet sicher das Mikrofon, der Mikro-USB Anschluss und ein Lautsprecher. Die zweite Öffnung dient nur der Optik. Der Lautsprecher ist von der Lautstärke überzeugend. Der Sound ist zwar nicht allzu laut, dafür übersteuert er aber auch kaum.

Display

Beim Display überzeugt das Oukitel K8 ganz klar. 6,0 Zoll IPS LCD mit einer Auflösung von 2160×1080 Pixeln sowie einer Pixeldichte von 402PPI liefern ein sehr gutes Bild. Das Format ist in 18:9 inklusive der On-Screen-Buttons, die sich auf Wunsch ausblenden lassen. Verbaut wurde 2.5D Asahi Glas, um das Smartphone vor Kratzern zu schützen. Die Lesbarkeit im Freien konnte mich auch überzeugen, lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung hat man Probleme mit der Lesbarkeit. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls auf einem hohen Niveau und bevor Farben verfälscht werden, fängt das Display eher zu Spiegeln an. Das Display erkennt bis zu 10 Berührungspunkte gleichzeitig und arbeitet meist zuverlässig. Eine gewisse Gewöhnungszeit an das große Display ist allerdings nötig. Zu Beginn kommt es aufgrund der Größe und des hohen Gewichts ab und an mal zur Fehlbedienung.

Oukitel K8 Display 1 Oukitel K8 Display 2

Einschalten kann man das Display entweder über den Power-Button rechts am Gerät um anschließend mit Muster, Code oder Face-Unlock zu entsperren, oder direkt aus dem Standby auf den Homescreen via Fingerabdruck. Letzteres empfehle ich, denn sobald man das K8 anschaut, wird das eigene Gesicht schnell und zuverlässig erkannt. (Pluspunkt hier), jedoch ist es dann nicht möglich „mal eben nur“ auf die Benachrichtigungen oder die Uhrzeit zu schauen, ohne das Gerät zu entsperren. Fluch und Segen zugleich, es ist also jedem selbst überlassen, womit er lieber arbeitet.

Leistung

Kommen wir zur Kehrseite der Medaille, dem MT6750T von MediaTek mit 8-Kernen und je 1,5GHz. Dieser Prozessor wird gerne in den unteren Mittelklasse Smartphones verbaut und leistet dort die verschiedensten Ergebnisse. Die Kombination des Prozessors zusammen mit 4GB RAM und 64GB internem Speicher arbeitet im Alltag gut zusammen. Multitasking ist kein Fremdwort und Programme öffnen schnell. Vor allem in Verbindung mit dem nahezu unveränderten Android 8 hat man einen optimalen Alltagsbegleiter. Nur schönreden kann man den veralteten Prozessor leider nicht mehr, da er in anderen Geräten einen besseren Dienst verrichtet, sobald man die Benchmarks vergleicht.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Oukitel K8 A1 SD BenchDer RAM ist mit 3,7GB/s in einem guten Bereich, allerdings kein oberes Mittelklassefeld. Ähnlich fällt auch die Lese- und Schreibgeschwindigkeit des internen Speichers aus, nicht überragend aber dennoch gut als Daily Driver. In der Praxis bedeutet es: Social Media, Streaming und Musikhören (in Verbindung mit Bluetooth) stellt kein Problem für das Gerät dar. Weniger anspruchsvolle Games laufen ohne Weiteres mit relativ kurzen Ladezeiten, 3D HD-Gaming bringt das K8 allerdings relativ schnell ins Schwitzen, was man dann an über 40°C auch deutlich in den Händen merkt.

Android / Betriebssystem

Eines muss vorweg erwähnt werden: Trotz der auf dem Papier geringen Leistung läuft das Oukitel K8 im Alltag auf einem viel höheren Niveau, als man es vermuten würde. Zum einen darf man das dem Android 8 danken, und dann Oukitel selbst, da sie das Android fast unberührt gelassen haben. Keine Werbung, keine vorinstallierten Apps, ein Traum. Außerdem wurden die Optionen bzw. das Einstellungsmenü vereinfacht. Es gibt weniger Unterordner und z.B. Fingerabdrucksensor, Gesichtsentsperrung sind direkt auf der ersten Seite zu finden sind, was die Bedienung erleichtert. Ein gutes Smartphone für User, die sich nicht gut mit Technik auskennen, oder auch Großeltern, denen man ein neues Mobiltelefon mit einem großen Display und schlichten App Symbolen schenken möchte.

Oukitel K8 Android 3 Oukitel K8 Android 2 Oukitel K8 Android 1

Der Google Playstore ist natürlich vorinstalliert und die deutsche Sprache von Werk aus vorhanden. Bugs oder Abstürze gab es während der Testphase nicht.

Kamera

Das Oukitel K8 macht bei guter Helligkeit halbwegs brauchbare Bilder mit der 13MP Sony IMX 135 Hauptkamera und der 5MP Selfie Cam, jedoch ohne Dualcam Funktion, da der zweite Sensor nur Fake ist. Der Bokeh-Modus (oder hier Blur-Modus) wird durch die Software generiert und erzeugt nur einen verschwommenen Kreis um die Mitte des Bildes. Die Bilder haben eine etwas künstliche Farbwiedergabe und die Schärfe liegt allenfalls im Durchschnitt.

Die Haupt- sowie die Frontkamera verfügen über einen Beauty-Modus, der wie ein Weichzeichner arbeitet. Der Effekt ist eher für asiatische Nutzer gedacht, in unseren Breitengraden deaktiviert man den Modus besser. Wer ein Freund von Filtern ist, sollte dafür andere Apps zur Hilfe ziehen. Für gelegentliche Schnappschüsse am Tag kann man die Kamera durchaus verwenden, Foto-begeisterte User werden allerdings auf Dauer enttäuscht sein.

Insgesamt ist die Kamera des K8 kein Totalausfall, für Fotoenthusiasten eignet sie sich aber nicht. Im gleichen Preisbereich ist man mit dem Redmi S2 deutlich besser bedient.

Konnektivität und Kommunikation

Oukitel K8 Netz und EmpfangAlle relevanten 3G und LTE Frequenzen für Deutschland inkl. LTE Band 20 sind vorhanden, somit hat man keine Probleme, wenn es um den Empfang geht.

GSM (2G): 850/900/1800/1900
UMTS (3G): 900/2100
LTE (4G): 1/3/7/8/20

In Würzburg und Umgebung hatte ich durchgehend eine 4G-Verbindung, in ländlicher Region meist auch. Musikstreaming während der Autofahrt hatte zu keinen Problemen geführt, ebenso die Navigation.

Die Gesprächsqualität ist sehr gut und klar. Die Ohrmuschel ist auf voller Lautstärke derart laut, dass der andere Gesprächspartner seine eigene Stimme hört. Es ist nicht gerade ein Minuspunkt, denn es war in lauten Umgebungen hilfreich und ich konnte meinen Gegenüber noch weiterhin verstehen. Bei normalen Telefonaten sollte man die Lautstärke aber auf 70-80% stellen.

Der Lautsprecher des Gerätes ist für die Preisklasse besser als erwartet und selbst auf maximaler Lautstärke neigt er weniger zum Übersteuern.

Zu den Sensoren des K8 gehört ein Helligkeitssensor, Näherungssensor, Beschleunigungssensor und der Fingerabdrucksensor. Alle Sensoren arbeiten gut und verrichten ihre Arbeit zuverlässig. Vor allem sticht der Fingerabdrucksensor durch seine Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit heraus, sodass man glaubt, ein teureres Gerät in den Händen zu halten.

Oukitel K8 GPS Test BenchWLAN mit 2,4GHz und 5GHz sind auch mit an Bord (802.11 b/g/n/) und verrichten eine gute Arbeit, der Empfang ist stark, allerdings merkt man in Sachen Geschwindigkeit und Stärke doch einen Unterschied zu teureren Smartphones. Dort wo ein z.B. Xiaomi Mi A1 gerade noch so einen Balken WLAN hat, ging dem Oukitel bereits die Luft aus, bzw. Es wechselte auf mobile Daten. Das Bluetooth 4.2 arbeitet schnell und zuverlässig. Bereits gekoppelte Geräte verbinden sich schnell mit dem K8.

Der GPS Empfang ist gut. Es war eine problemlose Navigation zu Fuß und dem Auto möglich. Gelegentlich dauerte es allerdings etwas, den richtigen Standort anzuzeigen.

 

Akkulauzeit

Power-User kommen ohne Probleme durch den Tag. Nutzer, die nur gelegentlich zum Telefon greifen, kommen auch 2-3 Tage damit hin. Bei mir war nach einem Tag meistens 50-60% Akku übrig (5:15Uhr morgens, bis 22 abends bei erhöhter Nutzung). Im PCMark Akkutest läuft das Oukitel K8 11h53min. Dies ist ein guter Wert, jedoch gibt es Geräte mit 4000mAh und höherer Akkulauzeit, was wohl leider dem 6,0Zoll großem Display und dem älteren Prozessor zu verschulden ist.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Geladen wird der Akku via 2A/5V „Flash Charge“ und ist von 0-100% in 5:30h und von 20-80% in 3:30h. Sprich ca 8% pro 30min Laden bei ausgeschaltetem Display.

Fazit und Alternative

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Erik Zürrlein:

Ein großes, tolles Display, laute Gesprächswiedergabe, ein großer Akku und das Ganze zu einem vernünftigen Preis. Das Oukitel K8 war ein guter Alltagsbegleiter und hat mich nie im Stich gelassen. Weder seitens des Akkus noch der Leistung. Es ist ein guter All-Rounder für Nutzer, die ein Handy für die alltägliche Verwendung von einfachen Apps wie Facebook, Whatsapp, Youtube und ähnliches suchen. Wer ein Smartphone mit viel Leistung oder einer perfekten Kamera braucht, ist bei diesem Gerät aber nicht richtig.

75%
  • Design und Verarbeitung 70 %
  • Display 90 %
  • Leistung und System 70 %
  • Kamera 60 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 80 %

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